1. Aufbau des
Notensystems.
Töne werden im wesentlichen durch vier Faktoren bestimmt:
- das Instrument,
mit dem sie gespielt werden / die Klangfarbe
- die Tonhöhe /
die Frequenz
- die Lautstärke
/ die Amplitude
- die Tondauer
Wir betrachten hier
nur die Tonhöhe.
Festgelegt ist, dass eine Frequenzverdopplung eine Oktave höher
bedeutet, und innerhalb einer Oktave es 12 verschiedene Töne gibt, die
alle den gleichen Abstand zu ihrem Vorgängerton haben.
Dieser Abstand ist ein Halbton und immer der gleiche Faktor (12te Wurzel
aus 2 = 1.05946). Die Töne heißen unterschiedlich, je nach Tonart, in
der sie benutzt werden. Außerdem gibt es länderspezifische Unterschiede.
| Deutsch: |
International: |
Frequenz: |
Abstand |
Bezeichnung |
| |
|
|
|
|
| A |
A |
440 Hz |
0 |
Prim |
| Ais / B |
A# / Bb |
466 Hz |
1 |
kl. Sekunde |
| H |
B |
494 Hz |
2 |
gr. Sekunde
|
| C |
C |
523 Hz |
3 |
kl. Terz |
| Cis / Des |
C# / Db |
554 Hz |
4 |
gr. Terz |
| D |
D |
587 Hz |
5 |
Quart |
| Dis / Es |
D# / Eb |
622 Hz |
6 |
verm. Quinte |
| E |
E |
659 Hz |
7 |
Quinte |
| F |
F |
698 Hz |
8 |
überm. Quinte |
| Fis / Ges |
F# / Gb |
740 Hz |
9 |
Sext |
| G |
G |
784 Hz |
10 |
Sept |
| Gis / As |
G# / Ab |
831 Hz |
11 |
gr. Sept |
| A |
A |
880 Hz |
12 |
Oktave |
Die nächste Oktave nach unten beinhaltet also den Frequenzbereich von
220 Hz bis 440 Hz. Das nächsthöhere A schwingt mit 1760 Hz. Das
menschliche Ohr hört Frequenzen von ca. 15 Hz bis 20000 Hz, das sind
etwas weniger als 11 Oktaven.
Wir verwenden in diesem Buch die internationale Schreibweise.
2. Tonleitern
Die bekanntesten
Tonleitern sind die
- chromatische
Tonleiter (Halbtonleiter): alle 12 Töne
- Durtonleiter:
C D E F G A H C (C-Dur)
Charakter: melodisch, mitsingbar, fröhlich
- Molltonleiter:
A H C D E F G A (A-Moll)
Charakter: melodisch, traurig / getragen
- Pentatonik (Fünftonleiter):
C D F G A
Charakter: fast jeder Blues ist damit begleitbar eignet sich hervorragend
für Improvisationen
Kennzeichnend für die jeweilige Tonleiter ist der Abstand zwischen den
Tönen - die Stelle des Halbtonschritts. Tonleitern kann man
transponieren, indem man jeden Ton um die gleiche Anzahl Halbtonschritte
erhöht bzw. erniedrigt. Bsp.: D-Dur: alle Töne zwei Halbtöne höher als
in C-Dur: D E F# G A B C# D
Die gleichen Töne findet man in der Molltonleiter eine kleine Terz
tiefer. Diese nennt man Mollparallele. Bsp.: B-Moll: B C# D E F# G A B
3. Dreiklänge:
Dreiklänge bestehen aus drei verschiedenen Tönen. Maßgebend für die
Bezeichnung des Dreiklangs ist der Grundton und dessen Abstand zu den
nächsten beiden Tönen.
| Durdreiklang: |
Grundton, große
Terz (4 Halbtöne), kleine Terz
(3 Halbtöne) Bsp.: C E G |
| Molldreiklang:
|
Grundton, kleine
Terz (3 Halbtöne), große Terz
(4 Halbtöne) Bsp.: C Eb G |
Notation: Durdreiklänge werden mit einem Großbuchstaben des Grundtons
abgekürzt.
Bsp:
| Töne |
Dur-Akkord |
= Töne |
Dur-Akkord |
| |
|
|
|
| C E G |
= C |
|
|
| C# E# G# |
= C# |
Db F Ab |
= Db |
| D F# A |
= D |
|
|
| D# G A# |
= D# |
Eb G Eb |
= Eb |
| E G# B |
= E |
|
|
| F A C |
= F |
|
|
| F# A# C# |
= F# |
Gb Bb Db |
= Gb |
| G B D |
= G |
|
|
| G# B# D# |
= G# |
Ab C Eb |
= Ab |
| A C# E |
= A |
|
|
| A# D E# |
= A# |
Bb D F |
= Bb |
| B D# F# |
= B |
|
|
Molldreiklänge werden mit einem Großbuchstaben des Grundtons und einem
angehängten m abgekürzt.
Bsp:
| Töne |
Moll-Akkord |
= Töne |
Moll-Akkord |
| |
|
|
|
| C Eb G |
= Cm |
|
|
| C# E G# |
= C#m |
Db Fb Ab |
= Dbm |
| D F A |
= Dm |
|
|
| D# F# A# |
= D#m |
Eb Gb Bb |
= Ebm |
| E G B |
= Em |
|
|
| F Ab C |
= Fm |
|
|
| F# A C# |
= F#m |
Gb A Db |
= Gbm |
G Bb D |
= Gm |
|
|
| G# B D# |
= G#m |
Ab Cb Eb |
= Abm |
| A C E |
= Am |
|
|
| A# C# E# |
= A#m |
Bb Db F |
= Bbm |
| B D F# |
= Bm |
|
|
4. andere Akkorde
Jeder Mehrklang
wird Akkord genannt. Je nach den Tönen, die der Akkord beinhaltet
ergibt sich der Name des Akkords.
4.1 Sextakkord:
zum Dreiklang kommt die Sext dazu.
| A C E F# = Am6 |
| G B D E = G6 |
4.2 Septakkord:
| E G B D = Em7 (beinhaltet die gleichen Töne wie G6, aber anderer Bass) |
| A C# E G = A7 |
4.3 großer Septakkord:
| E G B D# = EmMaj7 |
| A C# E G# = Amaj7 |
4.4 Nonakkord:
der neunte Ton der Tonleiter (None) wird hinzugenommen. Nonakkorde
bauen immer auf Septakkorden auf.
| D F A C E = Dm9 |
| C E G Bb D = C9 |
4.5 suspensierte
Akkorde:
Statt der Terz wird entweder die Sekunde (sus2) oder die Quart (sus4)
genommen. Bei suspendierten Akkorden kann nicht mehr zwischen Dur
und Moll unterschieden werden, weil die dafür massgebende Terz eben
ersetzt wird
| G
A D |
=
Gsus2 |
|
| E A B |
= Esus4 |
|
4.6 beliebiger
Akkord mit zusätzlichen Tönen:
| C
D E G |
= Cadd2 |
| C E G D |
= Cadd9 |
| D F G A |
= Dmadd4 |
manchmal sieht
man auch eine konkrete Note hinzugefügt:
4.7 Verminderte
Akkorde
ein verminderter Akkord besitzt immer kleine Terzen als Abstand zwischen
zwei benachbarten Tönen.
| C Eb Gb A |
= C° |
| Eb Gb A C |
= Eb° (gleiche Töne wie C°) |
4.8 Quintakkorde
Ein Quintakkord besteht nur aus zwei Tönen: Dem Grundton und der Quinte.
Ein solcher Zweiklang klingt enorm rockig, die Unterscheidung zwischen
Dur und Moll entfällt natürlich, da die Terz fehlt.
4.9 Akkorde mit
bestimmter Note im Bass:
will man sichergehen, daß eine bestimmte Note im Bass ist, schreibt
man diesen Ton hinter den Akkord, mit Schrägstrich getrennt. Der Basston
muß nicht unbedingt im Akkord drin sein.
| G
C E G |
C/G |
|
| Eb F A C |
F/Eb |
|
| C A C E |
Am/C |
|
4.10 Nomenklatur
von mehrdeutigen Akkorden
Bei mehreren Möglichkeiten, einen Akkord zu benennen, geht man zur
Bezeichnung am besten von der Note im Bass aus. Generell spielt es aber
auf der Gitarre keine so große Rolle, welcher Ton an welcher Stelle im
Akkord steht, da die Akkorde beinahe identisch klingen. Dies liegt
daran, dass die Akkorde auch irgendwie gegriffen werden müssen. Auf dem
Klavier macht es aber einen deutlichen Unterschied.
| F
A C D |
= F6 |
| D F A C |
= Dm7 |
| C Eb Gb A |
= C° |
| Eb Gb A C |
= Eb° |
| A B E |
= Asus2 |
| E A B |
= Asus4 |
Der Einfachheit
halber verwende ich ab jetzt nur noch die amerikanische Schreibweise
für Akkorde.
5. Umsetzung
auf die Gitarre
Eine Gitarre hat 6 Saiten verschiedener Stärke. Diese sind üblicherweise
folgendermaßen gestimmt:
E ||---|---|---|---
6. höchste Saite
H ||---|---|---|--- 5.
G ||---|---|---|--- 4.
D ||---|---|---|--- 3.
A ||---|---|---|--- 2.
E ||---|---|---|--- 1. tiefste Saite
Merkspruch:
Ein Anfänger Der Gitarre Bleibe Eifrigr
Verkürzt man eine
Saite um einen Platz auf dem Griffbrett erhöht man deren Ton um einen
Halbton.
5.1 Akkord basteln
Wenn wir Em greifen wollen, dürfen nur die Töne E G und H beinhaltet
sein. Das bedeutet, die erste, vierte, fünfte und sechste Saite können
leer angeschlagen werden. Die zweite muß um zwei Halbtöne erhöht werden
(auf H) und die dritte Saite auch um zwei Halbtöne (auf E)
E o||---|---|---|---E
H o||---|---|---|---H
G o||---|---|---|---G
D ||---|-o-|---|---EE G B = Em
A ||---|-o-|---|---H
E o||---|---|---|---E
abgekürzte Schreibweise:
022000
5.2 Barré Akkorde
Wenn wir den Em Akkord um einen Halbton als ganzes erhöhen können,
bekommen wir einen Fm Akkord. Dazu wird der Zeigefinger komplett über
den ersten Bund gelegt, und Mittel- und Ringfinger verkürzen die A
und D Seite im dritten Bund
E ||-o-|---|---|----F
H ||-o-|---|---|----C
G ||-o-|---|---|----Ab
D ||-o-|---|-o-|----FF Ab C = Fm
A ||-o-|---|-o-|----C
E ||-o-|---|---|----F
abgekürzte Schreibweise:
1331111
5.3 Grundakkorde,
die leicht barriert werden können
| 022100 |
E |
022000 |
Em |
| 020100 |
E7 |
020000 |
Em7 |
| 022200 |
Esus4 |
000000 |
Em7add4
|
| 022400 |
E5 |
|
|
| 002220
|
A |
002210 |
Am |
| 002020 |
A7 |
002010 |
Am7 |
| 002200 |
Asus2 |
|
|
| 002230 |
Asus4 |
|
|
| 002120 |
AMaj7 |
|
|
5.4 weitere Akkorde,
die ohne Barree gegriffen werden können:
| 032010 |
C |
|
|
| 032000 |
CMaj7 |
|
|
| 032310 |
C7 |
|
|
| 032030 |
Cadd9 |
|
|
| x00232 |
D |
x00231 |
Dm |
| x00212 |
D7 |
x00211 |
Dm7 |
| x00230 |
Dadd9 |
|
|
| x00233 |
Dadd4 |
|
|
| x03211 |
F |
|
|
| x03210 |
FMaj7 |
|
|
| 320003 |
G |
|
|
| xx0033 |
G5 |
|
|
| 320001 |
G7 |
|
|
| 320002 |
GMaj7 |
|
|
| 002222 |
A6 |
|
|
| 002223 |
A7 |
|
|
| x01212 |
Adim |
|
|
| 201202 |
B7 |
|
|
Stumme Saiten sind mit einem “x” markiert.
6.0 Akkorde
in einem Lied
Nimmt man die erste, vierte und fünfte Stufe einer Tonleiter als Grundton,
und baut darauf jeweils einen Dur-Akkord auf, so sind alle Töne der
Dur-Tonleiter beinhaltet.
| C
E G |
(C) |
| F
A C |
(F) |
| G
B D |
(G) |
beinhaltet alle
Töne der C-Dur Tonleiter.
Viele Lieder haben ihre Melodie auf den Tönen der Dur-Tonleiter und ihre
Akkorde auf diesen (I IV V) Stufen aufgebaut. Die Stufen heißen Tonika
(I), Subdominante (IV) und Dominante (V). Oft wird auch der Grundakkord
der Mollparallele (VI) zusätzlich verwendet. Im Beispiel eines Liedes in
G-Dur finden wir also folgende Akkorde: G C D Em. Man braucht also nur 4
Akkorde lernen, um etliche Lieder spielen zu können. Und
glücklicherweise kann man diese Akkorde ohne Barré greifen.
Viele andere Lieder basieren auf den gleichen Akkorden, sind aber in
einer anderen Tonart. Warum macht man sich es nicht einfacher und
transponiert alle Lieder in die Tonart, von der man diese vier Akkorde
kann?
- nicht alle Lieder
lassen sich dann noch mitsingen
- die Lieder klingen
anders, zusätzlich zur Tonhöhe, da ein G 320003 anders klingt als
ein G 355433
- wenn mehrere
Musiker zusammen spielen, muß die gleiche (gemeinsame) Tonart gespielt
werden.
- es gibt genügend
Lieder mit mehr als 4 Akkorden, d.h. man spart nur in einigen Fällen
das Lernen von zusätzlichen Akkorden.
Will man diese Lieder in Ihrer Tonart spielen, obwohl man nur die
Akkorde von G-Dur verwenden möchte, kann man dies mit Hilfe eines
Kapodasters erreichen. Dieser klemmt alle sechs Saiten in einem Bund ab
und ermöglicht so, ein Lied in einer anderen Tonart zu spielen ohne
Barrégriffe verwenden zu müssen. Beispiel: klemmt man die Saiten im 2.
Bund ab, greift dort dann die gelernten Griffe von G-Dur, so spielt man
das Lied in A-Dur (zwei Halbtöne höher).
Manche Lieder haben wir in eine andere Tonart transponiert, um sie
leichter singen und spielen zu können. Der Hinweis [CAPO +2] zeigt an,
dass der Kapodaster im 2. Bund gesetzt wird, um das Lied in der
Originaltonart zu spielen. Um ein Lied mit dem Hinweis [CAPO –1] in der
Originaltonart spielen zu können, muss die Gitarre um einen Halbton
tiefer gestimmt werden.
Kapodastertabelle:
| |
C |
D |
E |
F |
G |
A |
B |
| 1. |
C#/Db |
D#/Eb |
F |
F#/Gb |
G#/Ab |
Bb |
C |
| 2. |
D |
E |
F#/Gb |
G |
A |
B |
C#/Db |
| 3. |
D#/Eb |
F |
G |
G#/Ab |
Bb |
C |
D |
| 4. |
E |
F#/Gb |
G#/Ab |
A |
B |
C#/Db |
D#/Eb |
| 5. |
F |
G |
A |
Bb |
C |
D |
E |
| 6. |
F#/Gb |
G#/Ab |
Bb |
B |
C#/Db |
D#/Eb |
F |
| 7. |
G |
A |
B |
C |
D |
E |
F#/Gb |
| 8. |
G#/Ab |
Bb |
C |
C#/Db |
D#/Eb |
F |
G |
| 9. |
A |
B |
C#/Db |
D |
E |
F#/Gb |
G#/Ab |
| 10. |
Bb |
C |
D |
D#/Eb |
F |
G |
A |
| 11. |
B |
C#/Db |
D#/Eb |
E |
F#/Gb |
G#/Ab |
Bb |
| 12. |
C |
D |
E |
F |
G |
A |
B |
|